Untrennbar

Thomas Krueger
© bpb/Ulf Dahl

„Jugendarbeit muss Jugendkulturarbeit sein“ hatte ich 1993 als These beim 30-jährigen Jubiläum der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) formuliert und dabei die gesellschaftspolitische Verantwortung kultureller Kinder- und Jugendbildung hervorgehoben. Ästhetisch-künstlerisches Lernen und politisch-gesellschaftliches Lernen stehen in untrennbarem Zusammenhang, denn Kunst und Kultur finden nicht im luftleeren Raum statt: Kunst nimmt stets Bezug auf die brennenden Fragen der Gesellschaft. Mit meinen Anliegen an die Kulturelle Bildung lief ich bei der BKJ offene Türen ein. Seit vielen Jahren ist der Dachverband daher ein wichtiger und hoch geschätzter Partner der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Hinsichtlich fachlicher Fragen gab und gibt es einen regen – vielfach einmütigen, aber auch manchmal in fruchtbarer Weise kontrovers geführten – Austausch: Fachdialoge, gemeinsame Veranstaltungen, Projekte und Publikationen.

Als wichtigster zivilgesellschaftlicher Träger der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland hatte die BJK stets das Ohr am Puls der Zeit. Sie setzt erfolgreich Themen, Thesen und Arbeitsschwerpunkte; sensibel spüren die Verantwortlichen des Netzwerkes BKJ die Zukunftsthemen im Bereich der Kulturellen Bildung auf und geben dem Metadiskurs der zentralen Bildungsakteure innovative Impulse für ihre Arbeit. Dies gilt auch für die bpb: Politische Bildung mit Qualitätsanspruch kann von den Grundgedanken, Ansätzen und Methoden der Kulturellen Bildung vieles lernen. Fundamentale Grundsätze Kultureller Bildung verbinden die Arbeit der BKJ mit der der bpb: Wir verstehen Kulturelle Bildung als eine multiple Herangehensweise an das Thema Persönlichkeitsbildung: eine Bildung, die für sich selbst steht und den Beteiligten Räume für selbstbestimmte Kreativität öffnet. Wir erkennen auch in der Pluralität der Akteure und pädagogischen Ansätze, wie sie sich in den letzten 50 Jahren in Deutschland herausgebildet hat, eine besondere Qualität, die Politik und Gesellschaft schätzen und schützen sollte.

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

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