Keine Besitzstandswahrung

Birgit MandelDie BKJ ist meiner Beobachtung nach weit mehr als eine Interessenvertretung außerschulischer Kinder- und Jugendkultureinrichtungen. Sie ist aus meiner Sicht der einflussreichste und zugleich dynamischste Akteur für die politische Manifestation Kultureller Bildung in Deutschland ebenso wie für deren inhaltliche und programmatische Weiterentwicklung.

Die BKJ bietet nicht nur ihren Mitgliedern umfangreiche Serviceleistungen wie praxisnahe Weiterbildungen, Zugang zu Förderprogrammen und Modellprojekten, sondern sie ist ein unermüdlicher und dabei sehr erfolgreicher Lobbyist für die Kulturelle Bildung insgesamt, deren Anliegen sie erfolgreich in Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik eingebracht hat. Darüber ist es ihr gelungen durch eine offensive und differenzierte PR-Arbeit die Wahrnehmung des besonderen Potentials Kultureller Bildung auch in eine breitere Öffentlichkeit zu bringen und damit sehr viel für die Wertschätzung kultureller Bildung zu leisten.

Dabei hat die BKJ niemals eine auf Besitzstandswahrung setzende, unverrückbare Position eingenommen, sondern die jeweils aktuellen Voraussetzungen und Erfordernisse im Bereich der Kulturellen Bildung angesichts sich fortlaufend verändernder gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen immer neu reflektiert und daraus jeweils neu Konsequenzen für Qualitätskriterien und Strategien der Kulturellen Bildung gezogen.

Für mich sind die immer aktuell durchdachten, klugen Positionspapiere und Dokumentationen der BKJ eine der wichtigsten Quellen für meine Arbeit mit Studierenden der Kulturvermittlung.

Prof. Dr. Birgit Mandel, Leiterin des Bereichs Kulturmanagement und Kulturvermittlung im Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim

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